Diabetes Experten warnen: Neuropathien bleiben oft zu lange unbehandelt

Was so harmlos scheint wie ein Kribbeln oder Brennen der Füße, das ist in vielen Fällen ein Warnsignal: Dahinter können Nervenschäden, auch Neuropathien genannt, stecken – eine schwerwiegende Folgeerkrankung des Diabetes. Sie sind oft erst der Anlass dafür, dass die Zuckerkrankheit auffällt. Aktuelle Studien, die jetzt auf dem Kongress der Europäischen Diabetesgesellschaft EASD (European Association for the Study of Diabetes) diskutiert wurden, zeigen allerdings, dass Neuropathien immer noch zu spät erkannt werden. So wies etwa die so genannte PROTECT-Studie nach, dass 70 Prozent der Patienten mit Hinweisen auf eine Neuropathie nicht wussten, dass sie davon betroffen sind. Auf diese Weise geht wertvolle Zeit für die Therapie verloren, die möglichst früh einsetzen muss, um die Erkrankung aufzuhalten.

Diabetes Patienten -Neueste Technik kann den Alltag bei Diabetesdeutlich erleichtern

Diabetes ist nicht zu unterschätzen – er geht mit einem hohen Leidensdruck für Betroffene und Angehörige einher. Eine Tatsache, auf die zum Weltdiabetestag am 14.11.2018 besonders hingewiesen wird. So müssen sich die Patienten bis zu zehnmal täglich in den Finger stechen, um ihren Blutzucker zu messen, mitunter sogar nachts. Dabei werden oft Fehler gemacht. So können Rückstände von Süßem oder Seife an der Fingerkuppe Messwerte verfälschen oder die Teststreifen können durch falsche Lagerung Schaden nehmen.

Bei TYP-2-DIABETES kan ein gesunder Lebensstil und die richtige Behandlung vorbeugen

Im Gegensatz zur Autoimmunkrankheit Typ-1-Diabetes ist Typ-2-Diabetes eine Stoffwechselerkrankung. Als Risikofaktoren gelten neben einer genetischen Veranlagung auch Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und zu hohe Cholesterinwerte. All diese Faktoren begünstigen eine sogenannte Insulinresistenz. Normalerweise dient Insulin im Körper dazu, die Zellen „aufzuschließen“, sodass sie Zucker aus dem Blut aufnehmen können. Bei der Insulinresistenz reagieren die Zellen aber nicht mehr richtig auf das Hormon – nur wenig Zucker kann aufgenommen werden, und der Blutzuckerspiegel steigt übermäßig an.

Grundlagen Diabetes

Der Diabetes mellitus („honigsüßer Durchfluss, Honigharnruhr“; von griechisch διαβήτης diabḗtes, von altgriechisch διαβαίνειν diabainein, „hindurchgehen, durchfließen“, und lateinisch mellitus „honigsüß“), umgangssprachlich kurz Diabetes, Zuckerkrankheit oder seltener Blutzuckerkrankheit, bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselstörungen mit unterschiedlichen Ursachen.